Freitag, 16. Mai 2008

"I don't care if it's true or not - it ought to be true in a sensible universe"

So kommentiert 'JHolloway' den neusten Blogeintrag von Chris Wilkinson.
Wilkinson schreibt in seinem blog aus der Welt des Theaters im Reich von Queen Lizzy diesmal über die Debatte rund um die Wirkung von arts education. Anlass war ein Kommentar des mittlerweile aussichtsreichsten Demokratischen Präsidenschaftanwärters Barack Obama "that children who learn music actually do better in math, children whose imaginations are sparked by the arts are more engaged in school."

Mit typisch britischem sense of humour kommentiert eine Person unter dem Pseudonym 'JHolloway' die Kulturpolitik der Blair-Jahre, die vor allem unter der Agenda 'social impact of the arts' geführt wurde: "but I guess if my face had ever fitted enough to be offered zillions of quids to be a govt adviser, I'd have suggested target-led assessment straight off as an easy way of justifying my existence - probably along the lines of "what is the ratio of amounts of money given to a chosen arts organisation and the corresponding decline in truancy/youth offending/teenage pregnancy/shoe-bombing/spitting-in-the-street within a thirty mile radius of that particular gallery/theatre/kiln/gamelan workshop?"

Schließlich kommt er oder sie zu einem doch versöhnlichen Schluss, dem man nur zu gerne zustimmen möchte:

"Personally, I don't see anything wrong with peddling stuff like 'playing the violin makes you better at understanding quantum physics'. And I don't care if it's true or not - it ought to be true in a sensible universe - and if it gets parents encouraging kids to play something other than a Wiiiii then that's a good thing, isn't it?
But. BUT. Actually the arts are good for you. They make you laugh and cry, they transport you, they sensitise you to the perspective of others - and interestingly they were the essential tool for education across the globe before anyone thought of teachers."

Mittwoch, 30. April 2008

Das neue Bundeskoordinationszentrum Schulische Kulturarbeit stellt sich vor

Das neugegründete Bundeskoordinationszentrum für schulische Kulturarbeit ist zurzeit an der PH Wien angesiedelt und arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur.
Es versteht seine Aufgabe in der bundesweiten Vernetzung und Koordination von Angeboten und Initiativen der Pädagogischen Hochschulen in den Bereichen der Forschung und der Aus -, Fort- und Weiterbildung, sowie in der Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Institutionen, die sich der schulischen und außerschulischen Kulturarbeit widmen.
Darüber hinaus schreibt das Bundeskoordinationszentrum im Auftrag des Ministeriums bundesweite Tagungen, Seminare, Lehrgänge und Expert/innen-Gespräche aus. Weitere aktuelle Informationen, Ziele und Aufgaben finden Sie im
Infoletter-Bundeskoordinationszentrum (doc, 147 KB)

Was denken die Franzosen über Gratis-Eintritt in Museen?

Das französische Département des études, de la prospective
et des statistiques (Deps), angegliedert an das Ministerium für Kultur und Kommunikation, sammelt umfassende Daten zur Kulturnutzung, den Rahmenbedingungen für Künstlerinnen und Künstler und deren Ausbildung, zur Kulturwirtschaft etc. Für alle, die die Sprache beherrschen und Interesse an Analyse und Statistik haben, lohnt sich mitunter ein Blick auf die website http://www2.culture.gouv.fr/deps/. Gerade ist etwa ein Bericht zu der Frage erschienen, wie die Französinnen und Franzosen über einen Gratiseintritt in Museen und Kulturdenkmälern denken - auch mit einem historischen Überblick über das Thema "L'histoire de la gratuité", wo auch Argumente der Debatte skizziert werden. Gratiseintritt-in-Museen-Frankreich (pdf, 234 KB)

Dienstag, 22. April 2008

Robert Misik: Das Kultur-Buch Glanz und Elend der Kommerzkultur

Ende letzter Woche fand in Brünn eine Veranstaltung des European Music Councils (EMC) zum Thema „Access to Music – New Perspectives in Distribution, Education and Politics““ statt. Ein vielversprechendes Thema, vermutete ich Dich doch, dass die großen europäischen, in der Regel öffentlich getragenen Musikeinrichtungen die Gelegenheit nutzen würden, sich in ihren Gesellschaften neu zu verorten und nach Möglichkeiten zu suchen, die Zugänge zu ihren musikalischen Angeboten zu verbreitern.

Dorthin aber ist offenbar noch ein langer Weg. Statt dessen machte die Mehrzahl der Äußerungen deutlich, wie sehr sich der traditionelle Musikbetrieb mittlerweile an den Rand der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen katapultiert hat und nur noch von den Resten seiner überkommenen Aura zehrt.

Seinen VertreterInnen sei das jüngste Buch des Wiener Journalisten Robert Misik „Das Kultur-Buch – Glanz und Elend der Kommerzkultur“ empfohlen. Misik beschreibt darin in eindrucksvoller Weise den aktuellen kulturellen Paradigmenwechsel, der sich aus der Ökonomisierung der europäischen Gesellschaften ergeben hat. Noch in den 70er Jahren haben wir von einer Kulturpolitik als Fortsetzung von Sozialpolitik geträumt. Gekommen ist eine Kulturpolitik als Fortsetzung von Wirtschaftspolitik, die zunehmend auch unsere kulturellen Verhaltenweisen bestimmt.

Das Ergebnis ist eine Konsumgesellschaft, die immer weniger nach den Gebrauchswerten der gekauften Güter fragt, sondern nach ihrer symbolischen Bedeutung und damit kulturellen Aufladung. Misik spricht in diesem Zusammenhang von einer „Totalkulturalisierung“ unserer Gesellschaften, die sich immer weniger über die Leitmedien des traditionellen Kulturbetriebs und immer mehr über Kaufakte am Markt symbolisch aufgeladener Güter vermitteln würde. Diese Kaufakte seien es auch, die – entgegen des zunehmend hohl werdenden Anrufungen europäischer, nationaler oder sonstiger Identitäts-Zumutungen – so etwas wie kulturelle Rückversicherung ermöglichen würden; jedenfalls sind sie dazu geschaffen, Gefühle der Zugehörigkeit zu den verschiedenen, ästhetisch definierten Life-Style-Gruppen zu erlauben.

Folgt man Misiks Argumenten, dann wäre die Vorstellung von Vermittlung, die einen hätten „Kultur“, die die anderen noch nicht hätte, weitgehend auf dem Müllhaufen der Kulturtheorie gelandet. In Zeiten des von Jeremy Rifkin geprägten „Kulturkapitalismus“ existieren statt dessen verschiedenste kulturelle Bedeutungszusammenhänge wild neben und übereinander und machen externe Bewertungen zunehmend obsolet.

Ein Sieg einer marktgetriebenen umfassenden kulturellen Demokratisierung? Einerseits ja; wenn man davon ausgehen will, dass diese Form der kulturellen Differenzierung in der Lage ist, soziale Ungleichheiten zu entschärfen, weil jede kulturelle Ausdrucksform als tendentiell gleichwertig verhandelt werden kann. Die Kehrseite der Medaille besteht allerdings darin, dass soziale Schwäche heute nicht mehr allein eine materielle sondern auch eine kulturelle Begründung findet. Misik: „Wenn heute Image alles ist, heißt das natürlich auch, dass es gesellschaftliche Gruppen gibt, die ein „modernes“ Image haben, und andere, die ein „schlechtes“ Image haben, das sich zuallererst in ihrem Kaufverhalten repräsentiert – und dass damit der Imagenachteil der Unterprivilegierten materielle Nachteile noch potenziert. Und Misik zitiert den Berliner Soziologen Michael Makropoulos, nach dem sich damit soziale Ungleichheit „heute eben nicht mehr nur aus materieller Deprivation, sondern auch aus mangelnder kommunikativer Anschlussfähigkeit innerhalb eines gesamtgesellschaftlichen Dispositivs der individuellen und kollektiven Optimierungen“ ergeben würde.

Ich wundere mich oft, dass jede neue Studie zur Jugendkultur eindrucksvoll belegt, wie wichtig den jungen Menschen Musik ist. In aller Regel ist es die Vorliebe zu einer bestimmten Musik, die über die Zugehörigkeit zur jeweiligen Jugendkulturfraktion bestimmt.
Diese Musiken sind den jungen Menschen nicht aufgezwungen, sie sind das Ergebnis von Konsumentscheidungen auf dem Markt, den sie auf diese Weise wesentlich mitbeeinflussen.
Im Sinne von „Access to Music“ könnten die VertreterInnen des European Music Councils beginnen zu überlegen, warum in diesem Kampf um kulturelle Zuschreibungen ihre Rolle immer schwächer wird bzw. was dagegen getan werden könnte. Rufe aus dem jenseits allein werden dazu nicht ausreichen.

Buchhinweis: Misik, Robert (2007): Das Kultur-Buch Glanz und Elend der Kommerzkultur, Berlin

Donnerstag, 17. April 2008

Migration und Frauen

Migration-und-FrauenDie in Istanbul gebürtige Regisseurin und Filmemacherin Ülkü Akbaba lebt und arbeitet bereits seit 1980 in Wien. Ihr Dokumentarfilm bietet Einblicke in die unterschiedlichen Lebensgeschichten von sieben Frauen, die – aus verschiedensten soziokulturellen Backgrounds kommend – heute in Wien leben.

Lissabon und das Science-TV

lisboaIm Jahr 2010 sollen die Staaten der EU gemäß der Lissabonziele 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung ausgeben. Davon sind die meisten Länder noch ziemlich weit entfernt. Zudem fehlt es an Nachwuchs, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen. Zu wenige junge Menschen wollen einen forschenden Beruf ergreifen. Viele Initiativen arbeiten daran, diesen Umstand zu ändern. Ein gelungenes Beispiel ist das Science-TV der DFG.

Cleanup Westenthaler

Parlamento-pulitoAuf die Frage, ob er den Hut nehme, würde er wegen falscher Zeugenaussage in der Prügelaffäre verurteilt, antwortete der BZÖ-Vorsitzende in der heutigen Ausgabe des "Standard": "Nein. Niemand braucht glauben, dass ich deshalb die Politik verlasse." Blickt man nach Italien, so ist das fast verständlich. Nicht weniger als 20 - teils zu gewichtigen Strafen verurteilte italienische Parlamentarier - listet Starkomiker Beppe Grillo in seinem Blog auf. Da gibt es unter anderem Marcello de Angelis, Senator der Allianza Nationale, rechtskräftig verurteilt zu 5 Jahren Gefängnis für bewaffnete Bandenkriminalität. Mario Borghezio, EU-Parlamentarier der Lega Nord, hat vor einiger Zeit die Matratzen von Immigranten, die unter einer Turiner Brücke schliefen, angezündet. Dafür wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 2 Monate und 20 Tage, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 3040 Euro, verurteilt. Die vollständige Liste finden Sie hier. Und für eine läppische Falschaussage soll Westenthaler gehen? Ja, dringend - Cleanup Parliament auch in Österreich!

Dienstag, 15. April 2008

Musisch-kulturelle Bildung an Ganztagsschulen

Bislang fristete der Musikunterricht ein eher stiefmütterliches Dasein in der deutschen Schulforschung. Doch die „Studie zur musisch-kulturellen Bildung an Ganztagsschulen“, kurz MUKUS, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Deutschland im Rahmen der Begleitforschung zum Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) gefördert wird, eröffnet nicht nur den Praktikern vor Ort, sondern auch den NachwuchswissenschaftlerInnen große Chancen.

In einem Gespräch mit der Online-Redaktion zieht Prof. Andreas Lehmann-Wermser vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Bremen eine Zwischenbilanz des länderübergreifenden Forschungsvorhabens.

Link zum Interview mit Prof. Andreas Lehmann-Wermser
Autor: Peer Zickgraf
Datum: 04.04.2008
© www.ganztagsschulen.org

Montag, 14. April 2008

Grotesk: Arts Council England ersucht bei Förderungsanträgen um Offenlegung der sexuellen Orientierung, um kulturelle Vielfalt zu stärken

Organisationen, die beim Arts Council England (Department for Culture, Media and Sport) um Förderungen ansuchen, werden neuerdings in Frage 22 des Antrags auch nach der sexuellen Orientierung ihrer MitarbeiterInnen befragt.

Den vielen empörten Reaktionen hielt Audrey Roy, „director of grants” beim Arts Council entgegen, wie wichtig es sei, kulturelle Vielfalt („diversity“) zu stärken - ein Begriff, der mehr umfassen würde als Rasse, Ethnie, Glaube und Behinderung.

Darüber hinaus sei es wichtig zu verstehen, wer der Empfänger der Förderung wirklich sei.

Mehr dazu erfahren Sie u.a. in den folgenden Artikeln:

Arts Council disorientation - The Arts Council demand to know sexual orientation is dangerous and insulting
The Times, 2. April 2008, Dalya Alberge, Arts Correspondent

Arts funding row over sex orientation demands
The Times, 2. April 2008, Dalya Alberge, Arts Correspondent

Donnerstag, 10. April 2008

Rettet Österreich! – Rettet uns vor den Rettern!

In diesen Tagen wurde der „Vertrag von Lissabon“ vom österreichischen Parlament mit großer Mehrheit beschlossen. Nur die rechtspopulistischen Parteien FPÖ und BZÖ lehnten eine Ratifizierung ab. Und auch außerhalb des Parlamentes formierte sich eine, von der Kronen-Zeitung angeführte, bunte Bewegung unter dem Titel „Rettet Österreich!“, die mit Losungen wie „Ende der österreichischen Souveränität“ und „Verrat an Österreich“ ihrer Forderung nach einer Volksabstimmung Ausdruck zu geben versuchte.

Während führende PolitikerInnen - einmal mehr verspätet und halbherzig - die Vorteile der Europäischen Union und ihrer Weiterentwicklung für Österreich herauszustreichen versuchen, zeigen sich darunter immer deutlicher die Umrisse eines Kulturkampfes, dessen Ausgang wesentlich über die Zukunft Europas entscheiden wird.

Die Europäische Union hat in den letzten Jahren versucht, mit Konzepten kultureller Identitätsbildung die europäische Integration zu vertiefen. Als Referenzen wird gerne das reiche europäische kulturelle Erbe angeführt, das per se integrativ wirken würde. Diese kulturelle Aufladung europäischer Vergemeinschaftung hat aber auch eine Kehrseite. Diese besteht im historischen Wissen, mit welch verheerenden Folgen die Kulturalisierung politischer Konflikte die europäische Geschichte begleitet hat. Als gutes Beispiel kann der Dreißigjährige Krieg herhalten, der als Kulturkampf zwischen Protestanten und Katholiken zur gewaltsamen Halbierung der damaligen Bevölkerung geführt hat. Dieser Krieg war die Voraussetzung dafür, dass wir heute die sich auf den Ruinen erhebenden barocken Architekturen bewundern können.

Es waren Katastrophen ungeheuren Ausmaßes, die die Kämpfe um religiöse, kulturelle und ethnische Autonomie hinterlassen haben, die schon die französischen Aufklärer, die englischen Zivilisationstheoretiker und die deutschen Humanisten des 18. Jhdts. dazu brachten, Vorstellungen kultureller Identitätsbildung hinter sich zu lassen und statt dessen eine universelle, republikanische und sozialrevolutionäre Zivilisation im Rahmen eines ausschließlich verfahrensbasierten Verwaltungsstaates zu entwickeln.

Durchgesetzt aber haben sich nationalstaatliche Konzepte homogener ethnischer und kultureller Identität und damit der Fortbestand kultureller Rivalitäten, die Europa in der Folge immer wieder an den Rand seiner völligen Zerstörung gebracht haben. Ihre andauernde Gefährlichkeit bis heute haben die Balkan-Kriege hinlänglich bewiesen.

Die wenigen verfügbaren Untersuchungen zeigen, dass es in Europa keine homogenisierten Wertvorstellungen gibt (siehe dazu etwa „The Spiritual and Cultural Dimension of Europe“, 2004 erstellt im Auftrag der Europäischen Kommission). Finnen und Spanier, Ungarn und Esten unterscheiden sich in ihren Vorstellungen zu Familie, Freundschaft, ästhetische Vorlieben, materielles Besitzstreben oder Zuwanderung wesentlich mehr als etwa Briten und US-Amerikaner. Wir wissen: Mit solchen Differenzen ist keine europäische, wie immer geartete kulturelle Identität herzustellen.

Was aber Europa wie kein anderer Kontinent gemeinsam hat, das ist die historische Erfahrung mit Kulturkämpfen und ihren verheerenden Folgen. Im Holocaust als der bislang einzigen wirklich gemeinsamen europäischen Grunderfahrung haben diese bislang barbarischste Ausdrucksform gefunden, von der alle Europäer betroffen waren bzw. bis heute betroffen werden.

Wenn Europäer heute Kultur- und Glaubenskonflikten in anderen Teilen der Welt kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen, dann sollten sie nicht vergessen, dass eben dieser Kontinent wie kein anderer von Kulturkämpfen geprägt und bestimmt war. Europa verfügt über einen reichen Schatz diesbezüglicher Erfahrungen und wenn es daraus etwas lernen kann, dann ist es die Fähigkeit zum Generalverdacht gegenüber allen politischen Instrumentalisierungen des Kulturellen. Man braucht nicht soweit gehen wie die Kunsttheoretiker Bazon Brock, der Kultur unmittelbar mit Krieg assoziiert (siehe dazu etwa: „Der Barbar als Kulturheld“); es genügt, Europa in historischer Retrospektive nicht als idyllische Kulturlandschaft christlich-abendländischer Prägung zu beschreiben sondern als ein permanentes Schlachtfeld, geprägt von kulturell überhöhten Gewalttaten und Auseinandersetzungen; damit als ein Europa, das auf der Basis dieser Erfahrungen dabei ist, mit Konflikten nicht mehr in Befriedigung der Rettung eng begrenzter kultureller Identitätsbedürfnisse sondern in zivilisatorischer Weise umzugehen.

In diesem Sinn erweist sich die Qualität Europas nicht im Fortbestand kulturell geprägter Nationalstaatlichkeit bzw. ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit sondern im mühsamen Versuch, in Europa mit mehr als 200jähriger Verspätung eine universelle Zivilisation durchzusetzen, die stark genug ist, künftige, auf Partikularitäten abstellende Kulturkämpfe zu vermeiden. Dafür ist die Europäische Union allemal die bessere Option als ein Fortbestand eines kleinstaatlichen „Wir sind Wir“ (siehe dazu die Kampagne des Kärntner BZÖ: http://www.wir-sind-wir.at/index2.php). Es liegt auf der Hand, dass dabei kultureller Bildung, nicht in Form von Einübung in traditionelle kulturelle Muster sondern ganz im Gegenteil – etwa wenn es um die Förderung individueller Haltungen als kultur- und bildungspolitische Leitvorstellung geht - als Aufforderung zu ihrer Infragestellung, eine besondere Bedeutung zukommt.

Time of the Gipsies

Am 29. April ab 18 Uhr öffnet die EDUCULT-Galerie mal wieder ihre Pforten: die Ausstellung "Überlebenskünstler" zeigt Fotografien von Kveta Schubert aus der Lebenswelt der Roma (bis 29. Mai). Für die musikalische Untermalung sorgt Moša Šišic. Zur Vernissage sind Sie herzlich eingeladen. Mehr Informationen finden Sie hier.Einladung-Schubert_Kveta_We

Mittwoch, 9. April 2008

Das Buch "Der 100.000 Euro Job"

Klingt spannend, dieses Projekt der Kulturstiftung des Bundes: "Wie blicken Jugendliche heute auf die Biografien ihrer Eltern? Wie sehen ihre Wunschberufe aus? Sind Geld, Karriere oder Selbstverwirklichung oder alles zusammen wichtig? Gibt es - angesichts der rasanten Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt - neue Ideen und Wünsche für die eigene oder sogar die gesellschaftliche Zukunft? "

Solche Fragen waren Thema des Projekts "100.000 EURO JOB", einer bundesweiten Ausschreibung für Jugendliche, die die Kulturstiftung des Bundes initiierte. Träger des Projektes waren die "Visionauten" in Leipzig unter der Leitung von Sebastian Sooth.

Jetzt erscheint das Buch, das "mehr als eine Projektdokumentation ist". Es gibt praktische Tipps, wie man Arbeit ins eigene Leben sinnvoll integrieren kann: beim Ferienjob auf dem Milchhof, einem Leben als Netzarbeiter der Digitalen Bohème oder als Vorband von "The Clash". Es handelt von Alterssicherung auch in jungen Jahren, von Strategien zur Vermeidung von Karoshi, dem Tod durch Überarbeiten, und von Ideen, was man alles mit 100.000 Euro anstellen kann. Weiterhin werden die 47 Projekte des 100.000 Euro Jobs und das Konzept "selbst über Fördermittel entscheiden" vorgestellt und vom Supatopcheckerbunny kommentiert. Das Buch erscheint im März 2008. Hg.: Sebastian Sooth. Verbrecher Verlag. ISBN: 978-3-

100.000 Job
Kulturstiftung

"Kunst macht Schule" als "Schlüsselprojekt" des bm:ukk

Heute wurde der zweite Zwischen Bericht der Expertenkommission Neue Mittelschule der Öffentlichkeit präsentiert. Ministerin Schmied untertrich erneut die Bedeutung, die dem von Michael Wimmer und Barbara Putz-Plecko erarbeiteten Thema "Schule als kulturelles Zentrum" zukommt:

"Bildung und Kultur sind für mich untrennbar. Mein Ressort ist für mich Programm. Kunst und Kultur an unseren Schulen ermöglichen und fördern Kreativität und Innovation", so Bildungsministerin Schmied.

Europäisches Glossar zu Kunst- und Kulturerziehung

Was ist eigentlich education à l' image? Was macht ein Cultuurcoördinator? Wie arbeiten die Jugendkunstschulen?
Wer im Begriffsdschungel der Kulturellen Bildung mitunter die Orientierung verliert oder wer sich für die vielfältigen Herangehensweisen unserer europäischen Nachbarn interessiert, dem empfehlen wir bei Gelegenheit einmal einen Blick in das von Cultuurnetwerk Nederland verwaltete dreisprachige Glossar zu Kunst- und Kulturerziehung zu werfen.

Kategorien sind Kunst- und Kulturerziehungspolitik; Kunst- und Kulturerziehung: Infrastruktur Akteure und Mittler und Inhalt der Kunst- und Kulturerziehung. Man findet mittlerweile Begriffe aus Österreich, den Niederlanden, Deutschland, Griechenland, Nordirland, Frankreich, Belgien/Flandern, Schottland und England.

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Zuletzt aktualisiert: 16. Mai, 14:46

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